Max Maddalena 36

 

"Vor und zurück in einem Augenblick. Trauer und Glück. Der Gewerkschafter Max Maddalena wurde von den Nazis umgebracht. Das ist Trauer. Glück ist, sich seiner zu erinnern".

Das Theaterstück „Max Maddalena 36“ von Gerd Zahner erzählt die wechselvolle Geschichte einer Straße in Singen am Hohentwiel. In der im Westen der Stadt gelegenen Harsenstraße wohnte zu Beginn der 1930er Jahre der Gewerkschaftsführer, KPD-Reichstagsabgeordnete und Widerstandskämpfer Max Maddalena. In der Harsenstraße, im Haus mit der Nummer 36, wohnte in dieser Zeit auch das Ehepaar Harlander mit seinen beiden erwachsenen Kindern. Die Familie verhalf zahlreichen NS-Verfolgten zur Flucht in die grenznahe Schweiz und wurde dafür zu Gefängnisstrafen und KZ verurteilt. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Harsenstraße zum Gedenken an die Opfer des NS-Terrors von den Alliierten in Max-Maddalena-Straße umbenannt. Diesen Namen behielt sie für etwas mehr als ein Jahrzehnt. Als man sich im antikommunistischen Klima der Adenauer-Ära an Max Maddalena, der 1943 im Gefängnis verstorben war, nicht mehr erinnern wollte, beschloss der Gemeinderat der Stadt Singen 1959 eine Rückbenennung der Straße in Harsenstraße.

Das Theaterstück, eine Produktion des Kulturzentrums GEMS, wurde im Sommer 2021 an Originalschauplätzen in Singen und im Theater „Die Färbe“ aufgeführt.

Text: Gerd Zahner

Schauspiel, Choreographie und Konzept: Lisa Maria Funk, Anna Hertz, Leander Kämpf

Musik: Reinhard Stehle